Vom Wolf zum Hund - Entwicklungsgeschichte des Hundes

Siehe auch Hunde im Laufe der Geschichte mit berühmten Hunden, ausgezeichneten Hunden und mutigen Hunden.

Wölfe vor 500.000 Jahren

Menschen und Wölfe breiten sich als Jäger fast über den ganzen Globus aus. Dabei töten Menschen Wölfe um an das Fleisch und Fell zu kommen, aber auch Menschen werden von Wölfen getötet. Genauso wenig wie ein einzelner Mensch einen Wolf erlegen kann, schafft dies der Wolf mit einem Menschen. Beide müssen in Gruppen auf die Jagd gehen.

Wolf

Vor 135.000 Jahren

Eine genetische Studie, die in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, geht nach einer Erbgutanalyse von Hund und Wolf davon aus, dass der Ur-Hund zwar tatsächlich vom Wolf abstammte, aber bereits schon vor 135.000 Jahren geboren wurde. Damit wäre der Ur-Hund zehn Mal älter als bisher angenommen.


Vor 14.000 bis 18.000 Jahren

Zwischen Menschen und Wölfen kommt es wahrscheinlich zu dieser Zeit zu einem ersten Bündnis zwischen Mensch und Wolf. Jäger wählten sich Wolfswelpen und machten sich diese nach und nach durch Züchtungen zu nutze. Genetischen Studien zur Folge gab es mehrere, voneinander unabhängige Domestikationen. Aus dieser Zeit stammen Hundeknochen die in der zentralrussischen Ebene gefunden worden sind. In einem Doppelgrab von Oberkassel wurde ein Skelett eines morphologisch domestizierten Hundes gefunden. Sie werden vermutlich von den Kelten nach England und Irland gebracht.

Um 3000 v. Chr Hunde in Ägypten

In Ägypten sind Hunde das beliebteste Haustier. Eine Vielzahl von Rassen wird dabei gezüchtet. Spezielle Jagdhunde werden bei der Gazellenjagd eingesetzt. Hunde werden auch in altägyptischen Grabdarstellungen abgebildet.
Die Assyrer halten sich große, schwerfällige, stumpfschnauzige, kurz behaarte Kampfhunde, die als Stammeltern der Deutschen Dogge angesehen werden können.

Um 500 v. Chr. Hunde im antiken Rom

Im antiken Rom werden Hunde sowohl als Hirtenhunde, Wachhunde und Jagdhunde eingesetzt. Dabei werden Doggen sogar mit in die Schlacht genommen und kämpfen in der Arena. Im 2. Jahrhundert sollen breitmäulige Hunde Britanniens in römischen Zirkuskämpfen eingesetzt worden sein und schlugen die damals als unschlagbar bezeichneten Hunde von Molossis. Wahrscheinlich waren dies die Stammeltern der Deutschen Dogge. Die Römer verfeinern auch die Auslesezucht. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches verwildern dann ganze Rudel an Hunden. Aus dieser Zeit stammen wahrscheinlich auch die Legenden von Werwölfen.


Um 200 v. Chr Hunde in China

Die Chinesen züchten während der Han-Dynastie Pekinesen. Diese sind so klein, dass sie in einen Kleiderärmel passen und ihren Besitzer so verteidigen können. Auch Chow-Chows werden gezüchtet, allerdings sind diese Hunde zum Verzehr gedacht, aber auch ihr Fell wird geschätzt. Der Pekinese, der eine Kreuzung aus Pai und dem Lhasa-Apso war, war in China zunächst dem Kaiserhaus vorbehalten, daher auch der Name Palasthund. Der Legende nach wurde Buddha von kleinen Löwenhündchen begleitet, die sich vor Feinden in Löwen verwandelte.


8. Jahrhundert Chihuahua im alten Aztekenreich

Die alten Aztekenpriester sollen sich kleine Hunde gehalten haben. Die Chihuahua, heute mit 20 Zentimetern Höhe, die zweitkleinste Hunderasse der Welt, sollen zu den Lieblingsdingen aztekischen Prinzessin gewesen sein. Er wurde auch als Führer toter Seelen auf ihrer Reise ins Jenseits angesehen. Daher musste bei jeder Beerdigung auch ein Chihuahua sein Leben lassen.

1000 Hunde im Mittelalter

Im Mittelalter hatte die Hundezucht ihre Blütezeit. Dabei entstehen eine Vielzahl von Rassen. Der Wolfshund wird bei der Jagd auf Wild aber auch auf Wölfe eingesetzt. Es gibt auch einen Vorläufer des Windhundes, der für die Jagd auf Rehe eingesetzt werden.

16. Jahrhundert Deutsche Dogge

Ab hier lässt sich die Geschichte der Deutschen Dogge zurückverfolgen. Damals wurden aus England starke, hochläufige Doggen eingeführt, die aus einer Kreuzung des breiten Mastiffs mit dem großen irischen Wolfshund stammten. Ab dem 17. Jahrhundert werden sie auch in Deutschland gezüchtet, behalten bis ins 19. Jahrhundert aber ihren Namen Englischer Hund.

1644 bis 1912 Pekinesen in China

Während der Quing-Dynastie erfreuen sich Pekinesen in China großer Beliebtheit. So sind zahlreiche Porzellan- und Jadefigürchen aus dieser Zeit erhalten. Pekinesen werden mit großer Sorgfalt gezüchtet. Sie fortzugeben oder gar einem Europäer zu überlassen gilt als undenkbar.

Hundesteuer auf deutschem Boden

1810 Preußen führt die Hundesteuer als Luxussteuer ein. Wer Geld hat sich ein Tier zu halten, dass kein Nutztier ist, sollte extra zur Kasse gebeten werden. In Hamburg wurde die Hundesteuer 1860 eingeführt. Damals grassierte in der Hansestadt Hamburg eine Tollwut-Epidemie. Mit dem Geld, dass durch die Hundsteuer eingenommen wurde, sollte die Maulkorbpflicht kontrolliert werden.

18. Jahrhundert

Hunde gibt es inzwischen in allen Bevölkerungsschichten. Der Besitz von Jagdhunden bleibt allerdings dem Adel vorbehalten. Inzwischen gibt es mehr als zwanzig verschiedene Hunderassen in Europa. Davon sind ein Dutzend nur dafür gezüchtet worden, um tote Beute heranzuschaffen. Die Fuchsjagd wird zu einem gesellschaftlichen Ereignis.

Nachdem der erste Chow-Chow Hund von Mitgliedern der Ostindischen Kompanie nach Europa gebracht wurde, beginnt in England 1887 die Zucht der Chow-Chows, später steigt er zum Lieblingshund von Königin Victoria auf. Pekinesen kamen erstmals um 1860 nach Großbritannien und zwar nach dem Pekingfeldzug. Queen Victoria erhielt auch einen Pekinesen zum Geschenk. 1900 kamen die ersten Pekinesen erstmals nach Deutschland. Zur selben Zeit züchtet Friedrich Louis Dobermann (1834-1894) den ersten Dobermann. 1895 wird der erste deutsche Schäferhund ins Zuchtbuch eingetragen.

Otto von Bismarck (1815-1898) erklärt die Deutsche Dogge zum Reichshund.

19. Jahrhundert

Auch Arbeiter halten sich nun vermehrt Hunde. So werden Airedale-Terrier von Fabrikarbeitern und Bauern in der Grafschaft Yorkshire gezüchtet. Ziel war ein vielseitig einsetzbarer Hund. Gezüchtet wurde der Airdale-Terrier aus den Rassen Otterhund und mitttelgroßer Terrier. Auch Gordon Setter und Schottische Schäferhunde sollen mit eingekreuzt worden sein. Eingesetzt wurde der Airdale-Terrier, um Otter, Dachse aber auch Ratten zu jagen. Auch die Landflucht in die Großstädte fördert die Züchtung immer neuer Rassen, die immer häufiger einfach nur gesellschaftliche Funktionen haben.
Bauern der mexikanischen Provinz Chihuahua fangen an, verstärkt ihre kleinen Hunde an Touristen zu verkaufen. Über Amerika gelangen die Chihuahuas auch nach Europa.

1930 Aussterben von Hunderassen

Nicht alle Hunderassen, die jemals gezüchtet wurden, gibt es noch heute. So wurde in Deutschland der Harlekinpinscher (Harlequin Pinscher) gezüchtet. Wegen seiner Veranlagung zu Erbkrankheiten wurde der Harlekinpinscher schon bald aber nicht mehr gezüchtet. Seit 1930 gilt seine Zuchtlinie als erloschen. Damit gilt er heute als ausgestorben.

1939 Zu Beginn des 2. Weltkriegs

In Gelsenkirchen wurden 1939 alle tauglichen Hunde für den Wehrdienst erfasst. Während des 2. Weltkrieges werden Hundeführer zusammen mit ihren Hunden eingezogen.

1947 Hunde in Berlin

Nach dem 2. Weltkrieg (1939-1949) gab es beispielsweise in Berlin nur noch 37.869 Hunde. 1938 waren es noch 91.499 Hunde gewesen. Dabei war die Bevölkerung von Berlin zwischen 1939 und Oktober 1946 nur um 26,5 Prozent zurück gegangen.

Hunde heute

Über 350 Hunderassen gibt es heute und allein in Deutschland gibt es fünf Millionen Hunde. Inzwischen sind sie auf allen Kontinenten vertreten. Ursprünglich gab es in Australien, Neuseeland, Neuguinea, Madagaskar und der Antarktis keine Hunde, aber auch dort sind sie dank dem Menschen inzwischen auch vertreten.

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Vom Wolf zum Hund |
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