Hundesteuer in Deutschland

Die Hundesteuer ist eine Steuer, die von der Gemeinde erhoben wird, mit ihr wird das Halten von Hunden besteuert. Die Steuer verbleibt bei der Gemeinde. Die Gemeinde bestimmt auch den Steuersatz, der pro Hund erhoben wird. Auch entscheidet die Gemeinde darüber, ob es die Möglichkeit gibt, sich von der Hundesteuer befreien zu lassen. Auch ist es in den meisten Gemeinden üblich, den zweiten und jeden weiteren Hund deutlich höher zu besteuern als den ersten Hund. Häufig gibt es auch eine Steuerbefreiung, manchmal eine Ermäßigung für Blindenhunde, Hütehunde und andere Gebrauchshunde. Dann gibt es noch Gemeinden, die bestimmte Hunderassen, die sie als gefährlich einschätzen (Kampfunde) mit einen noch höheren Steuersatz belegen. Diese Praxis wurde 2000 vom Bundesverwaltungsgericht als zulässig angesehen. Gemeinden dürfen allerdings keine Hundesteuer erheben für Hunde die zum gewerblichen Zwecke gehalten werden.

Zweck der Hundesteuer

Die Hundesteuer hat zwei Zwecke. Zum einen hat die Gemeinde Einnahmen, 2002 waren das insgesamt 211,6 Millionen Euro. Außerdem, gerade durch die höhere Besteuerung von zweiten und weiteren Hunden, wird die Zahl von Hunden begrenzt.

Die Hundesteuer muss jährlich gezahlt werden. Es handelt sich um direkte Steuer, Steuerpflichtig ist der Halter des Hundes. Eingeführt wurde die Hundesteuer 1810 vom Land Preußen und war als Luxussteuer eingeführt. Der Staat war auf die Idee gekommen, dass wenn sich jemand zum Vergnügen ein Tier hält, dass eigentlich so keinen Nutzen hat, dann muss derjenige auch noch Genug Geld haben, um den Staat mit einer Sonderzahlung zu finanzieren. In Hamburg wurde die Hundesteuer 1860 eingeführt, Grund war hier eine Tollwut-Epidemie. Mit dem Geld das durch die Hundesteuer eingenommen wurde, sollte die Maulkorbpflicht kontrolliert werden. Heute soll mit ihr die Zahl der Hunde in der Hansestadt Hamburg begrenzt werden.

Beispiele für die Hundesteuer

Gemeinde Seesen in Niedersachsen nimmt für den ersten Hund 84 Euro pro Jahr, jeder weitere Hund schlägt mit 126 Euro zu buche. Auch in Stuttgart kostet der erste Hund 108 Euro, der zweite und jeder weitere Hund kostet doppelt so viel. Hier fallen 216 Euro pro Jahr an. Richtig teuer wird es in Tamm in Baden-Württemberg für gefährliche Hunde. Während für einen normalen Hund als Ersthund 85 Euro anfallen, und für jeden weiteren 170 Euro, beträgt die Hundesteuer für den 1. gefährlichen Hund 850 Euro und für jeden weiteren gefährlichen Hund 1700 Euro. Mit am günstigsten ist die Hundehaltung in Stegaurach/Mühlendorf in Bayern. Der erste Hund fällt hier mit 35,80 Euro zu buche, der zweite und jeder weitere Hund kostet 61,40 Euro und ein gefährlicher Hund kostet 286,30 Euro pro Jahr. In Mönchengladbach kostet der erste Hund 120 Euro, wer zwei Hunde hält, zahlt 144 Euro pro Hund und wer drei oder mehr Hunde hält 180 Euro pro Hund. In Mönchengladbach erhalten Hundehalter, die einen Hund aus dem Tierheim Mönchengladbach übernehmen in den ersten zwölf Monaten eine Steuerbefreiung. Auch sind Blindenhunde und andere Hilfshunde auf Antrag steuerfrei. Arbeitslosengeld II-Bezieher und Empfängern von Sozialgeld wird eine Steuerermäßigung in Höhe von 30 Euro gewährt, allerdings nur für den ersten Hund.

Leverkusen und die Suche nach Schwarz-Hunden

In Leverkusen kostet die Steuer für einen Hund pro Jahr 108 Euro. Ab dem zweiten Hund werden sogar 218 Euro pro Hund an Abgaben fällig. Sozialhilfeempfänger zahlen in Leverkusen allerdings für den ersten Hund nur 27 Euro Hundesteuer.
2003 wurde in Leverkusen die erste Hundezählung durchgeführt. Gefragt wurde nach Zahl von Hunden im Haushalt, nach Rasse und Gewicht. Dabei wurden einige Schwarz-Hunde aufgefunden, also nicht angemeldete Hunde, was Leverkusen immerhin eine Zusatzeinnahme von 100.000 Euro pro Jahr bescherte. Zu Zeit sind in Leverkusen 5688 Hunde angemeldet. Im April 2009 kündigte die Stadt eine erneute Hundezählung an, hierbei hofft man auf zukünftige 1100 neue zukünftige Steuerzahler.

Hundesteuer für sozial Schwache

Im Herbst 2008 hat das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen entschieden, dass Hundesteuer für sozial Schwache wie Rentner, Sozialhilfebezieher oder Hartz IV-Bezieher nicht zulässig sei. Sozial Schwache, die mit dem Existenzminimum auskommen müssten, müssten daher von der Hundesteuer befreit werden, da dieses steuerfrei zu bleiben habe. Da das Halten eines Hundes unter die grundrechtlich geschützte Handlungsfreiheit eines Menschen falle, dürfte dies nicht über Steuern verwehrt werden.
Geklagt hatten zwei Hundehalter aus Dortmund. In Dortmund müssen sozial Schwache den halben Hundesteuersatz bezahlen. In der Stadt gibt es über 2000 als sozial schwach eingestufte Menschen.
Gegen das Urteil ist allerdings Berufung vor dem OVG möglich.

Siehe auch: Hunde im Laufe der Geschichte |
Hunde, Katzen und andere Tiere im Weißen Haus |
Hundesinne |
Hundesprache |
Hundesteuer in Deutschland |
Hundstage |
Redewendungen Hund |
Vom Wolf zum Hund |
Wissenswertes rund um Hunde

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