Vorsicht Zecken Biss - Gefahr für Hund und Halter

Zecken machen insbesondere Tierbesitzern zu schaffen. Während Katzen die fiesen Tiere, die gefährliche Krankheiten übertragen können, von ihren Solo-Streifzügen mit nach Hause bringen (und der Dosenöffner fast nur mit Chemie vorbeugen kann), können Besitzer von Hunden den Befall durch Zecken beim Gassigehen durchaus vermindern. Zusammen mit entsprechenden Halsbändern oder Sprays, die es natürlich auch für Katzen gibt, kann so einiges für die Gesundheit des Hundes getan werden. Und natürlich auch für die des Halters, denn für Menschen sind Zecken ebenfalls gefährlich, denn diese Spinnentiere können höchst gefährliche Krankheiten übertragen.

Wo leben Zecken?

Hieß es früher, dass Zecken im Wald leben und sich von Bäumen auf Tier und Mensch herunterfallen lassen, weiß man heute, diese leben überall in der freien Natur. Und dazu gehört der eigene Garten ebenso wie Sport- und Spielplätze und eben nicht nur der Wald. Die Zecken warten nicht auf Bäumen, sondern besonders gerne im Gras, im Unterholz und in Büschen. Sie setzen sich besonders gerne an Warmblütern fest und werden beim Vorbeigehen abgestreift und mitgenommen. Gegen Zecken im Garten kann man auch nur begrenzt etwas tun.

Sind Zeckenbisse gefährlich?

In Deutschland kann man sich überall über Zecken mit Borreliose anstecken. Dazu gibt es noch die FSME-Riskogebiete, diese liegen vor allem im Süden von Deutschland, in Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Zu den Hochrisikogebieten zählten (2006 wurde die Definition geändert) u.a.:

Ab wann sind Zecken aktiv?

Sobald es etwas wärmer wird beginnen Zecken aktiv zu werden. Ab 7 Grad bzw. 10 Grad über Null beginnt die Zeckensaison. Und sie dauert auch so lange an, bis die Temperaturen wieder entsprechend absinken. Desto wärmer es wird, desto aktiver sind sie. Aber auch im Frühjahr und Herbst ist man vor diesen Tieren nicht sicher und damit auch nicht vor den von ihnen übertragenen Krankheiten. Im allgemeinen geht man davon aus, dass die Zeckensaison von April bis November geht. Entsprechende Temperaturen vorausgesetzt können Zecken aber schon durchaus früher zur Plage werden.

Was tun wenn sich Zecken fest gebissen haben?

Absolut falsch ist es die Zecke mit Öl, Nagellack oder einer brennenden Zigarette zu traktieren. Die Tierchen ersticken und spucken vorher noch mehr ansteckende Flüssigkeit in die Wunde. Saugende Zecken am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange entfernen. Dafür die Zecke am Kopf, ganz nah an der Haut greifen und unter leichtem Zug für eine Minute festhalten. Dann sollte sich die Zecke von selbst lösen. Drehen von Zecken ist nicht zu empfehlen, es besteht die Gefahr, dass der Kopf abtrennt. Daher immer nach Entfernung einer Zecke die Bissstelle genau untersuchen bzw. schauen, ob die gezogene Zecke noch ganz ist. Die Stichstelle sollte desinfiziert und der Zeitpunkt sowie Befallsort notiert werden.

Was tun gegen Zecken?

Lange Kleidung bietet den besten Schutz ist aber auch nicht 100 Prozent sicher. Am besten lange, helle Kleidung tragen und hohe Schuhe. Auf heller Kleidung kann man die fiesen Tiere am schnellsten entdecken und abstreifen. Zusätzlichen Schutz bietet Zeckenschutzmittel aber auch wenn dieses verwendet wurde gilt, nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken absuchen. Für Hunde gibt es spezielle Halsbänder und Sprays, die die Vierbeiner vor dem Zeckenbefall schützen sollen.

Zecken Biss und Krankheiten

Impfung gegen FSME

Wer in einem FSME-Risikogebiet wohnt oder in ein solches reisen möchte und sich dort gerne in der Natur aufhalten (oder eben auf dem Spielplatz mit Sträuchern und Gras) möchte, sollte sich gegen FSME impfen lassen. Die ersten zwei FSME Impfungen finden kurz hintereinander statt, werden vom Hausarzt vorgenommen und häufig auch von der Krankenkasse bezahlt. Der FSME-Schutz nach Impfung besteht mindestens für drei Jahre.

Die Zecken-Impfung beugt allerdings nur FSME vor. Es gibt keinen Rundumschutz, der auch vor einer Ansteckung mit Borreliose oder anderen Krankheiten schützt.

Was ist FSME?

FSME, Frühsommer-Meningoenzephalitis (virale Erkrankung). Die Krankheit kann aber auch im Frühjahr oder Herbst auftreten, immer dann wenn Zecken aktiv sind. Die FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen (grippeähnlichen Symptomen) und ähnelt darin einer Sommergrippe. Bei schweren Verläufen befällt das Virus aber auch das zentrale Nervensystem es kommt zu einer Meningoenzephalitis. Mögliche Folgen einer FSME sind Entzündung von Hirnhaut, Hirn oder Rückenmark, Lähmungen können die Folge sein.

FSME in anderen Ländern

Insbesondere bei Reisen in die Schweiz oder nach Österreich und dem Aufenthalt dort in der Natur empfiehlt sich eine vorbeugende FSME Schutzimpfung. In anderen europäischen Ländern ist die Situation sehr unterschiedlich. Während eine Erkrankung mit FSME in Spanien, Portugal, den Benelux-Ländern sowie im Vereinigten Königreich (England, Schottland, Irland) wohl noch nicht festgestellt wurde, gibt es ein geringes Risiko in Frankreich, Italien, Dänemark und Griechenland. Im östlichen Europa sieht dies ganz anders aus. Insbesondere in Russland, der Tschechischen Republik und in den baltischen Staaten (Litauen, Estland und Lettland) ist das Risiko sich mit FSME zu infizieren sehr hoch. Auch in Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Schweden, Finnland und der Slowakischen Republik besteht ein gesteigertes Risiko.

FSME bei Hunden

Bei Hunden kann es in Einzelfällen zu Fieber, Bewusstseinstrübung, Lähmungen und Ausfällen der Hirnnerven kommen, wenn sie sich mit FSME infiziert haben. Insgesamt scheinen Hunde aber wenig empfänglich zu sein. Das Risiko, sich mit FSME zu infizieren und zu erkranken besteht wohl vor allem für den Halter.

Was ist Borreliose?

Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die zu Gelenk- und Herzmuskelentzündung führen kann. Zu den Symptomen gehören schmerzlose, runde Rötung an der Stichstelle, die auch Tage oder Wochen später auftreten kann (Wanderröte). Weitere Symptome sind Fieber, geschwollene Lymphknoten oder Gelenk- und Muskelschmerzen. Bei Verdacht, sich mit Borreliose infiziert zu haben, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Antibiotika helfen meist.


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