EU-Heimtierausweis - Mit dem Hund in den Urlaub

EU Heimtierausweis - Der Reisepass für den Hund und alle andere Haustiere
Um mit Hunden in den Urlaub zu fahren, muss man einige Dinge beachten. Hunde, und auch Katzen, benötigen neben einem Mikrochip oder eine Kennzeichnung per Tattoo, eine mindestens 21 Tage alte, aber maximal zwölf Monate alte Tollwutschutzimpfung und einen EU-Heimtierausweis, den Reisepass für den Hund. Statt einem Chip ist auch eine Tätowierung (Übergangszeit bis 2011) erlaubt. Das ist beispielsweise bei Hunden ratsam, die Probleme mit den Ohren haben und unter ständigen Entzündungen leiden. Wenn diese drei Punkte beachtet werden, ist Reisen innerhalb den Ländern der Europäischen Union (EU) kein Problem. In Deutschland kann der EU-Heimtierausweis von allen zugelassenen Tierärzten ausgestellt werden.

Der EU-Heimtierausweis (früher Tollwutimpfausweis), übrigens im schicken blau, wird vom Tierarzt ausgestellt. Es gibt ihn in einer gemeinsamen Version für Hunde, Katzen und Frettchen. In ihm sind Angaben zum Hund und seinem Besitzer enthalten, so auch die Heimatadresse. Daneben werden hier die tierärztlichen Nachweise gesammelt, darunter wird auch der gültige Impfschutz gegen Tollwut vermerkt. Bei der Tollwutimpfung ist zu beachten, dass sie beiden Grenzübertritten, sowohl bei der Einreise in das Urlaubsland der Wahl, als auch bei der Ausreise, die Impfung Minimum 30 Tage zurückliegen muss aber auch maximal zwölf Monate (bei einzelnen Impfstoffen auch drei Jahren) alt sein darf. Vor allem sollte man beim Rückreisetermin darauf achten, dass der Impfschutz gegen Tollwut nicht bereits abgelaufen ist.

Im Heimtierausweis ist unter dem Punkt Identifikation des Tieres neben der Microchip-Nummer/Tattoo-Nummer auch notiert, wann der Microchip implantiert wurde und wo er zu finden. Das gleiche gilt für das Tattoo. Ein Heimtierausweis hat eine Nummer, die sich aus dem Code des Mitgliedsstaates (DE für Deutschland, ES für Spanien etc.), einer Firmenchiffre und einer fortlaufenden Nummer zusammensetzt. Die Nummer muss auf allen datentragenden Seiten vorhanden sein. Der EU-Heimtierausweis muss zweisprachig (gilt nicht für den Einband) sein, im Regelfall wird das die Sprache des ausstellenden Arztes (deutsch) und englisch sein. Wichtig ist, dass man den EU-Heimtierausweis überprüft, ob er den Vorgaben entspricht, ansonsten kann man an der Grenze als Tierhalter ernsthafte Schwierigkeiten haben. Zusätzlich sind außerdem Name, Art, Geschlecht des Tieres sowie das Geburtsdatum (soweit bekannt) und das Fellkleid enthalten.

Sonderregelungen gelten bis zum Jahre 2009 für die Einreise von Haustieren wie Hunde und Katzen in die Länder Großbritannien, Irland, Malta, Schweden, Norwegen und Finnland. Für diese Länder gelten, obwohl sie Mitglieder der EU (außer Norwegen) sind, Übergangsfristen. Bei der Einreise mit Hunden und anderen Haustieren dürfen in diesen Ländern noch zusätzliche Auflagen verlangt werden. Neben Blutuntersuchungen auf Antikörpern sind hier besondere Bestimmungen für eine Behandlung gegen Bandwurm- und Zeckenbefall vorgesehen. Schlimmstenfalls droht eine Quarantäne für das Tier.

Mit dem Hund nach Deutschland

Um mit seinem Hund wieder nach Deutschland einzureisen, genügt der Heimtierausweis. Das gilt neben den EU-Staaten auch für Norwegen, Island, Kroatien, Rumänien, USA, Kanada, Australien, Liechtenstein sowie unserem Nachbarland Schweiz. Beim Transit über Dritt-Staaten kann zusätzlich eine Blutprobe verlangt werden, mit der eine Tollwut-Antikörperbestimmung durchgeführt werden.

Diese Bestimmungen gelten nicht nur für Flugreisen mit Hund und Co., sondern auch für den Urlaub mit dem Auto. Werden die Bestimmungen umgangen und kommt es dann doch zu einer Kontrolle, können hohe Kosten auf einen zukommen. Im allerschlimmsten Falle landet der Hund oder andere Vierbeiner in Quarantäne, was mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Noch schlimmer ist die lange Trennung von seinem geliebten Haustier! Auch wer im Feriendomizil einen Hund aufnimmt, um ihn ein Zuhause zu geben, sollte dies bei der Rückreise beachten. Meist reist die Zeit im Urlaub ja nicht aus, um den Heimtierausweis zu beantragen und die nötigen 30 Tage-Frist für die Tollwutimpfung einzuhalten.

Kampfhunderassen: In Dänemark, Frankreich, Malta, Großbritannien, Ungarn und Norwegen ist die Einfuhr bestimmter Kampfhunderassen verboten. Am besten erkundigt man sich vor der Abreise. In Spanien aber auch Italien, Österreich, Kroatien und Bulgarien besteht für diese Hunde Leinen, aber auch teilweise Maulkorbzwang.

EU Heimtierausweis ersetzt Internationalen Impfpass

Wer den blauen EU-Heimtierausweis besitzt, brauch den gelben Internationalen Impfpass nicht mehr, Voraussetzung ist, dass im Heimtierausweis alle Impfungen eingetragen werden. Wer nicht plant, ins Ausland zu verreisen, dem genügt weiterhin der gelbe Impfpass. Auch für Kaninchen, Meerschweinchen und Vögeln gilt der EU-Pass nicht. Ein Tierarzt kann die Impfungen aus dem gelben Internationalen Impfpass in den EU-Heimtierausweis eintragen. Ein EU-Heimtierausweis kann also auch beantragt werden, wenn die wichtige Tollwutimpfung ein paar Monate zurück liegt, der Hundehalter bzw. Tierhalter sollte dann aber darauf achten, dass der Tierarzt, diese Impfungen dann auch in den EU-Pass einträgt und abstempelt. In einem solchen Fall sollte man bei einer möglichen Reise auch den gelben Impfpass weiter mit sich führen.

Warnung: Wer ohne den EU-Heimtierausweis reist, muss mit Problemen an der Grenze rechnen. Im Einzelfall muss mit Sanktionen des jeweiligen Mitgliedstaates gerechnet werden, die bis hin zur Quarantänisierung des Tieres reichen können und mit erheblichen Kosten für den Tierhalter verbunden sind.

Hinweis: Ein deutscher Heimtierausweis darf nur in Deutschland ausgestellt werden, ein spanischer nur in Spanien. Es ist demnach nicht statthaft, einen deutschen Blanco-Heimtierausweis beispielsweise nach Spanien mit zunehmen, um ihn dort von einen spanischen Tierarzt ausfüllen zu lassen, um dann das Tier nach Deutschland einreisen zu lassen.

Was passiert mit Welpen?

Hunde unter drei Monaten können noch nicht gegen Tollwut geimpft werden. Für sie ist die Einreise nach Irland, Schweden und Großbritannien daher auch nicht nötig. Für alle anderen Ländern muss man sich vorher erkundigen, dies kann von Land zu Land schwanken. Nach Deutschland dürfen Welpen auf jeden Fall einreisen, wenn sie von ihrer Mutter begleitet werden, diese muss dann allerdings einen gültigen EU-Heimtierpass haben. Zusätzlich muss eine Erklärung abgegeben werden, dass der Welpen bisher nur am Ort seiner Geburt gehalten wurde und nicht die Möglichkeit hatte mit wild lebenden Tieren in Kontakt gekommen ist. Wer wirklich einem Welpen den Stress einer Reise zumuten muss, sollte sich vorab aber noch einmal genau erkundigen.

Siehe auch: Rund um die Hundegesundheit Hunde impfen gegen Tollwut Hunde impfen gegen Staupe Hunde impfen lassen Hunde im Sommer

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